Ein Modellprojekt
im Bereich der Sucht-Prävention
Die Idee
Die Idee des „Bedröhnodroms“ kommt aus Nürnberg und wurde dort bereits 1994 erfolgreich durchgeführt. Im Februar 1997 hat das Jugendzentrum Poschinger Villa in Landshut erstmals in seinen Räumen das Projekt "Bedröhnodrom" veranstaltet. Diese Idee übernahm im Jahr 2000 der Kreisjugendring Passau und bot sie Schulen und Jugengruppen als Erlebnisprojekt an. Aufgrund der positiven Resonanz und der großen Nachfrage veranstaltete der Kreisjugendring Passau das Projekt „Bedröhnodrom“ im Februar 2009 zum mittlerweile dritten Mal.
Als Veranstaltungsort dient dem Kreisjugendring die alte Landwirtschaftsschule in Untergriesbach. Diese Räume werden mit verschiedenen Musikrichtungen beschallt und mit entsprechenden Dekorationen ausgestaltet. Hiermit soll den jungen Besuchern die Möglichkeit geboten werden, sich auf verschiedene Musiksituationen einzulassen und die Wirkung an sich selbst dabei zu beobachten.
Der Hintergrund
- Musik hatte schon immer eine besondere Rolle in unserer Gesellschaft.
- Musik ist ein Ausdruck des Lebensgefühls, besonders bei Jugendlichen.
- Musik kann Spannungen lösen oder erzeugen.
- Musik kann Lebensfreude und Lebendigkeit steigern.
- Musik kann Kommunikation und Solidarität fördern, aber auch isolieren und ausgrenzen.
- Musik kann Körpergefühl, Sinnlichkeit, körperliche und erotische Ausstrahlung und Attraktivität unterstützen.
- Musik kann mit ihrem Ambiente einen attraktiven Rahmen zur Erprobung der Selbst- und Fremdwahrnehmung bieten.
- Musik steht häufig in Zusammenhang mit Drogenkonsum.
Die Ziele
Generell setzt sich das „Bedröhnodrom“ mit der Frage auseinander, welche Zusammenhänge zwischen Musik hören und Suchtmittelkonsum bestehen, aber auch, inwieweit Musik die Gewaltbereitschaft fördert.
Die Konfrontation mit dem „Bedröhnodrom“ soll bei den Jugendlichen außerdem ...
- die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Musikstilen und deren Ambiente fördern, sowie die Toleranz zwischen den Subkulturen und Generationen.
- Möglichkeit der Orientierung bei der Identitätsfindung bieten und damit zur Festigung des Selbstwertgefühls beitragen. Dies wiederum kann eine Vorbeugung gegenüber scheinbaren Lösungsversuchen (z. B. Sucht, Gewalt) bei der Bewältigung von Problemen darstellen.
- Gelegenheit bieten, den eigenen Lebensstil, Konsumgewohnheiten, Wünsche und Träume in Zusammenhang mit Musik zu reflektieren.
- dazu anregen, mit Musik Gefühle auszuleben, ohne in Destruktivität abzugleiten.
- Jugendlichen vermitteln, dass sich Musik und Suchtmittel längerfristig nicht miteinander vereinbaren lassen. Abhängigkeiten beeinträchtigen den Genuss von Musik; dies gilt sowohl für das Hören, als auch in verstärktem Maße für das aktive Musik-Produzieren.
- positive Unterstützung der Selbstreflexion und Hilfestellung bei der Identitätsfindung, um Fehlentwicklungen bzw. Fehlverhalten zu verringern und damit die Lebenskompetenz zu fördern.
Musik und Sucht
- Musik kann sowohl konstruktiv (macht Freude, bringt Entspannung, erweitert Fähigkeiten....) als auch destruktiv (Zudröhnen, um Probleme oder Gefühle nicht spüren zu müssen) erlebt werden.
- Musik kann als „Mittel zum Zweck" verwendet werden.
- Musik manipuliert.
- Musik wird konsumiert.
Fragen zum Nachdenken
Entsteht Sucht ...
- durch ein mangelndes Erlebnis- bzw. Erfahrungsfeld?
- durch mangelnde Aufmerksamkeit und Liebe?
- weil wenig Modelle für einen konstruktiven Umgang mit Problemen vorhanden sind?
- weil unsere Gesellschaft Leiden und Schmerzen nicht wahrhaben will und verdrängt?
- weil wir in einer Leistungsgesellschaft leben, in der Gefühle keinen Platz haben?
- weil wir immer gut drauf sein müssen?
Das Projekt „Bedröhnodrom“ kann seine Ziele nur erreichen, wenn in den Schulklassen/Jugendgruppen eine konsequente Vor- und Nacharbeit geleistet wird!
Das umfangreiche, von uns überarbeitete pädagogische Material, wird bei der Vorbesprechung ausgehändigt.
Die Projekttage
Zielgruppe des „Bedröhnodroms“ sind Schulklassen und Jugendgruppen mit Teilnehmern ab 12 Jahren.
Der Ablauf
- Zunächst erfolgt eine Einführung in der Großgruppe. Dabei werden Regeln und Ziele des „Bedröhnodroms“ erläutert (ca. 10 Minuten).
- Anschließend werden die Klassen/Jugendgruppen in Kleingruppen unterteilt. Diese durchlaufen nun die verschiedenen Klangräume, in denen sie sich jeweils 8 Min. aufhalten. (Dauer etwa 50 Minuten)
- Das von uns geleitete Abschlussgespräch ist ein wesentlicher Bestandteil des „Bedröhnodroms“, in dem den Besuchern die Möglichkeit geboten wird, über Stimmungen, Erfahrungen und Beobachtungen nachzudenken und zu berichten (ca. 30 Min).
Die Verweildauer im „Bedröhnodrom“ wird pro Gruppe etwa 90 Minuten betragen.
Für die Betreuer und Lehrkräfte stehen während dieser Zeit Fachkräfte für Fragen zur Verfügung.
Die 4 Projektschritte
- Informationsveranstaltung für Lehrkräfte durch geschultes Personal.
- Vorbereitung in der Schulklasse/Jugendgruppe durch die Lehrkräfte anhand des pädagogischen Materials.
- Besuch des „Bedröhnodroms“ mit Einweisung und Auswertungsgespräch.
- Nachbereitung in der Schulklasse/Jugendgruppe durch die Lehrkräfte.
Veranstalter
Kreisjugendring Passau
Unterstützt von
- Gesundheitsamt Passau
- Suchtarbeitskreis Passau
Diese Informationen können Sie sich auch als Flyer im PDF-Format von unserer Homepage laden. Klicken Sie dazu hier.
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